Masterarbeit

Hat Osteopathie Wirkung auf eine mögliche Schwangerschaft bei infertilen Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch und beeinflusst sie deren Lebensqualität?

Zusammenfassung

Im Rahmen dieser Masterarbeit wurde untersucht, ob Osteopathie infertile Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch unterstützt, dass sie schwanger werden und ob mit osteopathischen Behandlungen die Lebensqualität dieser Patientinnen verbessert werden kann. Die Studie erstreckte sich über einen Zeitraum von neun Monaten.

Die Teilnehmerinnen dienen sich selber zur Kontrolle, daher entfällt die Kontrollgruppe. Durchgeführt wurde die Studie mit insgesamt 20 Patientinnen mit unerfülltem Kinderwusch seit mindestens einem Jahr. Davon hatten zehn Teilnehmerinnen zuvor bereits Behandlungen in der Reproduktionsmedizin. Sie wurden als Gruppe A bezeichnet. Die anderen 10 Frauen ohne Erfahrung mit künstlicher Befruchtung kamen in die Gruppe B. Das Durchschnittsalter in der Gruppe A als auch in Gruppe B liegt bei 34,2 Jahren. Die durchschnittliche Dauer des unerfüllten Kinderwunsches liegt bei den Studienteilnehmerinnen bei 3,8 Jahren (Gruppe A: 5,1 Jahre und Gruppe B: 2,4 Jahre). Im Durchschnitt fanden bei den 20 Patientinnen je acht osteopathische Behandlungen durch die Autorin dieser Studie statt.

Der primäre Zielparameter dieser Studie ist die Feststellung einer klinischen Schwangerschaft beim Gynäkologen in der achten Schwangerschaftswoche.

Für weitere  Datenerhebungen wurden vor der ersten Behandlung und am Ende der Behandlungsreihe Fragebögen von den Teilnehmerinnen ausgefüllt. Dabei wurden Fragen zur Partnerschaft (PFB) und zur momentanen Lebensqualität durch die Belastung des unerfüllten Kinderwunsches (TKF- Frauen) erfasst.

Weiters wurden Gesundheitszustand, Erkrankungen und Operationen, Infektionen, körperliche Beschwerden, Menstruationszyklus (MZK), Lebensgewohnheiten und Belastungen sowie Fragen zur Sexualität und Verhütung gestellt.

Im Rahmen dieser Studie kam es insgesamt zu vier Schwangerschaften. Eine Schwangere befand sich in der Gruppe A und hatte zuvor erfolglose Behandlungen in der Kinderwunschklinik. Die anderen drei schwangeren Frauen waren in der Gruppe B. Einem Monat nach Beendigung der Studie kam in Gruppe B eine weitere Schwangerschaft dazu.

Innerhalb eines Jahres nach Studienende wurden noch weitere drei Frauen schwanger. So waren es zwei Frauen aus der Gruppe A, die bereits Erfahrungen in der Kinderwunschklinik hatten und fünf Frauen aus der Gruppe B die schwanger geworden sind. Insgesamt waren es also sieben von 20 unfruchtbaren Frauen, die schwanger geworden sind. Davon haben sechs Frauen ein Kind geboren.

Osteopathie hat eine hohe klinische Relevanz in Bezug zu Schwangerschaften. Außerdem lassen sich statistisch signifikante Veränderungen im Bereich der Lebensqualität erkennen. So nahmen Belastungen des psychischen Wohlbefindens, körperliche Beschwerden und Probleme mit sozialen Beziehungen signifikant ab.

Weiters konnten Belastungen des Sexuallebens, der Paarbeziehung und Belastungen durch den Kinderwunsch signifikant reduziert werden. Auch die Bereiche Belastung der Geschlechtsidentität und Behandlungserwartung konnten durch osteopathische Behandlungen signifikant verbessert werden.

Bei den körperlichen Beschwerden kam es durch osteopathische Behandlungen zu einer signifikanten Abnahme der Beschwerden des oberen Rückens und tendenziell zu einer Abnahme der Beschwerden des Kopfes. Es nahmen auch die Schmerzen im Bauch und die Blutungsstärke bei der Regel ab.

In dieser Studie ist bei den Frauen eine tendenzielle Abnahme des Stresslevel zu Hause und bei deren Partnern eine signifikante Abnahme von Stress zu beobachten.

Die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs bei den Paaren änderte sich im Rahmen der Studie signifikant. In Hinblick der Häufigkeit des Erreichens eines Orgasmus kam es zu keinen Veränderungen.

Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen, dass infertile Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch von osteopathischen Behandlungen betreffend zu Schwangerschaften und der Lebensqualität profitieren. So können psychisches und körperliches Wohlbefinden, soziale Beziehungen, Belastungen des  Sexuallebens, der Paarbeziehung, Behandlungserwartung sowie der weitere Umgang mit Kinderwunsch signifikant verbessert werden.